26. August 2013
von geri
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RAAM 2013 – Vortragspremiere *update*

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Nach exakt zehn Jahren im Extremausdauersport mit fast 30 absolvierten 24-Stunden-Rennen war die Zeit reif. Reif für die Erfüllung seines Lebenstraums: Das RACE ACROSS AMERICA. Alle Selbstzweifel verschwanden, die Kritiker verstummten und es begann eine sehr intensive, lehrreiche und einmalige Vorbereitungsphase.

Gerald Bauer (32) berichtet in einem spannenden und unterhaltsamen Foto- und Videovortrag über den steinigen Weg zum Race Across America, schildert eindrucksvoll die körperlichen und geistigen Strapazen während des längsten Einzelzeitfahrens der Welt über nonstop 5.000 Kilometer und 45.000 Höhenmeter. Auch die atemberaubende Landschaft bei der Durchquerung von zwölf US-Bundesstaaten in weniger als zehn Tagen kommt nicht zu kurz, genauso wenig wie skurrile Begegnungen mit den Einheimischen.

Lassen Sie sich diesen Vortag nicht entgehen und hören Sie mehr über eine schmerzhafte Begegnung mit dem Seitenspiegel eins Pickups nach 70km, wie es möglich wird 35 Liter Flüssigkeit und 15.000 Kalorien pro Tag in seinen Körper zu schütten, tanzende Postkasten und über den romantischsten (und extremsten) Heiratsantrag der Sportgeschichte.

05.09.2013 – 19:00 Uhr Stadtkino/Theater Hallein

Special: Fotoausstellung – Lorenz Masser

Als kleine Überraschung präsentieren wir heute auch den RAAM-Kalender.

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Einige Impressionen der Vortragspremiere:

 

 

19. August 2013
von lorenz
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Race Around Austria 2013

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Zuerst die nüchternen Fakten zum Race Around Austria…

Beim Race Around Austria, dem härtesten Radrennen Europas, wurden 2013 gleich mehrere Rekorde gebrochen. Noch nie traten vier Finisher des Race Across America im gleichen Jahr beim extremen Heimrennen an. Noch nie bildeten vier Sieger des RAAM –Christoph Strasser aus der Steiermark als Sieger in Rekordzeit unter acht Tagen, Franz Wintersberger aus Oberösterreich als Sieger 50+, David Misch aus der Steiermark als bester Rookie und Gerald Bauer aus Hallein (Salzburg) als Gewinner des Jure Robic-Awards in den Appalachen – beim Race Around Austria teil. Die Erwartungen an die besten Ultraradfahrer der Welt waren riesig – und sie wurden alle erfüllt. In neuer Rekordzeit von 2 Tagen, 18 Stunden und 47 Minuten erreichten sie als Race Across America Racing Team powered by INNSHOLZ das Ziel in St. Georgen im Attergau. 2200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter entlang der Landesgrenzen und über die höch sten Pässe lagen da hinter ihnen, sie legten eine neue Fabelzeit hin. Die unglaubliche Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 32,41 km/h.

Und nun die emotionalen Fakten zum Race Around Austria…

Es war ein Experiment. So ehrlich muss man sein. Denn Christoph, Franz, David und Geri sind Solo-Fahrer. Sie sind es gewöhnt, sich alleine auf dem Rad zu Quälen, sich auf niemanden verlassen zu müssen, außer vielleicht auf das eigene Betreuerteam. Aber wie schnell sie fahren und wie weit sie an die Grenzen gehen, das entscheiden sie selbst. Diesmal war alles anders. Vorher wussten wir nicht, wie es den Vier nur zwei Monate nach dem RAAM gehen würde. Wie sehr sie sich überhaupt noch motivieren können. Ob sie sich auch im Renngeschehen versteh en und ob wir als Betreuer mit ihnen klar kommen. Ob sie es schaffen, „nur“ zwischen 30 und 40 Minuten voll Gas zu geben.

Kurz gesagt: Das Experiment war ein voller Erfolg! Es war unglaublich emotional zu sehen, wie sich Christoph, Franz, Geri und David gegenseitig gepusht haben. Man hatte das Gefühl, dass sie alles und mehr für das Team, den Sieg und den Rekord geben. Hat der eine geschwächelt, ist der andere eingesprungen. War einer müde, richtete ihn der andere wieder auf. Der Lohn dafür schlägt sich nicht nur in der neuen Rekordzeit nieder. Er besteht auch aus der Erkenntnis, dass aus Egoisten Teamplayer wurden, aus Konkurrenten Freunde und aus Sportkollegen Seelenverwandte. Wir als Betreuer waren sprachlos, die Vier über die Pässe „fliegen“ zu sehen, selbst in den Abfahrten noch heftig in die Pedale tretend und im Flachen auf den Zeitmaschinen Vollgas gebend. Im Ziel sah man es ihnen in den Gesichtern an: Sie waren nicht nur um einen Sieg und einen Rekord reicher, sie wirkten zufrieden, tief zufrieden. Christoph Strasser meinte: „Jetzt auch n och den Rekord in Österreich zu holen, ist sensationell.“ Franz Wintersberger brachte nur hervor: „Das war schön, schön, schön.“ David Misch: „Wie wir uns gegenseitig unterstützt und motiviert haben, hat mich berührt. Keiner hat nachgelassen, weil er die anderen drei nicht enttäuschen wollte.“ Und Geri Bauer brachte es auf den Punkt: „Ich denke, wir sind ein großes Stück über uns hinaus gewachsen. Ich hatte selten so viel Spaß bei einem so harten Rennen.“ Natürlich gab es anfangs auch die Stimmen, dass sich unsere Vier eine Art Spaß erlauben, das Rennen in Österreich nach dem RAAM als Spielerei betrachten. Tschuldigung, aber nur dumme Menschen könnten das vermuten. Geri, Christoph, Franz und David haben die Sache sehr ernst genommen, richtig Respekt vor den Konkurrenten gehabt. „Keiner wusste so richtig, ob es funktioniert 40 Minuten Vollgas zu geben. Wir sind Ultraradfahrer, das ist in dies er Form neu für uns“, erklärt Geri. Belohnt wurden die Vier mit vielen, vielen Fans entlang der Strecke, Autogrammwünschen, einer Sektdusche im Ziel und einem äußerst emotionalen und würdevollen Empfang durch das Team vom Race Around Austria. Das könnten sich die Amerikaner einiges abschauen! Und vielleicht lag es an der Müdigkeit, aber auch wir Betreuer hatten im Ziel mit den Tränen zu kämpfen.

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Der Modus und die Taktik…

Für uns Betreuer war es ganz neu, vier Radfahrer zu unterstützen. Franz und David bildeten ein Zweier-Team, Geri und Christoph das andere. Geplant war folgendendes: Jedes Zweier-Team fährt jeweils vier Stunden, dann kommt das nächste. Gleichzeitig geschlafen wird nicht. Innerhalb des Zweier-Team wechseln sich die Athleten alle 30 bis 40 Minuten ab. „Das ist der Zeitraum in dem man sich voll verausgaben kann, ohne sich über mehrere Tage kaputt zu machen“, erklärt Geri. Da während der Nacht das Pace Car immer hinter dem Radfahrer herfahren muss – diesmal übrigens mit einer Lichtanlage, die man wahrscheinlich auch auf dem Mond wahrgenommen hat – gab es einen Shuttledienst. Den haben Lorenz und ich übernommen. Wir rasten voraus, bereiteten den anderen Fahrer auf den Wechsel vor und holten den anderen wieder ins Auto. Nur beim „großen Wechsel“, also wenn die Zweier-Teams tauschten, blieben wir alle kur z stehen. So wurde praktisch Tag und Nacht ständig gefahren, nur so war der Schnitt von 32,41 km/h überhaupt möglich. Roswitha und Stefan bildeten außerdem die eine Pace Car-Crew, Oliver und Tom das andere. Auch sie waren schwer beschäftigt, wieder nachzufahren oder voraus, damit es ein wenig Schlaf für die Athleten gab. Das Spannende war auch, dass wir den zweiten Fahrer immer im Auto hatten während der andere radelte. Da wurde genau geschaut, analysiert und weiter geplant. Man hat sonst ja nie die Gelegenheit, mit den Fahrern Taktik und Vorgangsweise zu besprechen. Was auch neu war: Für Kleidung und Essen waren  Franz, David, Christoph und Geri selbst zuständig. Wir haben selbstverständlich eingekauft, aber Zeit zum Essen war ja in den Pausen im Auto, um die Akkus wieder aufzufüllen. Dass wir in Rekordzeit rund um Österreich gerast sind, gab uns Betreuern trotzdem alle Hände voll zu tun. Das Navigieren bei die sem Speed ist eine Kunst, die Fahrer verbrachten 21 Stunden pro Tag hinter dem Steuer, Koffein wurde unser bester Freund und die Mechaniker Oliver und Stefan hatten sechs Räder, vier „Bergräder“ zwei Zeitfahrmaschinen tiptop zu halten.

Wir geben es ehrlich zu: Wir waren fix und fertig im Ziel, hätten gerne in St. Georgen noch gefeiert, aber wollten, nein mussten nur noch schlafen.

Daten und Fakten zu den Teammitgliedern von „Race Across America Racing powered by INNSHOLZ“:

  • Christoph Strasser (30) aus Kraubath (Steiermark): „Straps“ ist zweimaliger Gewinner des Race Across America. 2013 pulverisierte er den Streckenrekord und blieb als erster Mensch unter acht Tagen. Er benötigte für fast 5000 Kilometer und 45.000 Höhenmeter von der West- zur Ostküste fabelhafte 7 Tage, 22 Stunden und 52 Minuten.
  • David Misch (28) aus Graz (Steiermark): David Misch debütierte 2013 beim Race Across America und holte sich auf Anhieb den Titel „Rookie oft he Year“. Er fuhr in Annapolis insgesamt sechster über die Ziellinie, nach 9 Tagen, 14 Stunden und 13 Minuten. Beim Race Around Austria schrieb Misch 2011 als Drittplatzierter an.
  • Franz Wintersberger (50) aus Klaffer am Hochficht (Oberösterreich): Der Oberösterreicher war beim Race Across America 2013 in der Klasse 50+ nicht zu schlagen. In 10 Tagen, 22 Stunden und 37 Minuten schaffte er es ins Ziel, der österreichische Triumph war komplett.
  • Gerald Bauer (32) aus Hallein (Salzburg): Der Halleiner Extremradsportler machte beim RAAM 2013 nicht nur durch seinen Heiratsantrag im Ziel Schlagzeilen, sondern auch durch den Jure Robic Award in den Appalachen. Der prestigeträchtige Titel für den besten Kletterer ist nach dem fünffachen RAAM-Sieger Robic benannt.

Fotos: Lorenz Masser

19. Juli 2013
von lorenz
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Nach dem Race Across America ist vor dem Race Around Austria

Mit Dream-Team zum Race Around Austria…

Das gab es wirklich noch nie! Vier Finisher des Race Across America mit fast 5000 Kilometern und 45.000 Höhenmetern werden im gleichen Jahr beim Race Around Austria ein Vierer-Team bilden.

Der Steirer Christoph Strasser, der alle Rekorde in den USA mit 7 Tagen, 22 Stunden und 52 Minuten pulverisierte und sich als Sieger und schnellster Mann beim RAAM in die Geschichtsbücher eingetragen hat.

Gerald Bauer aus Hallein bei Salzburg, der sich im Rahmen des Race Across America den begehrten Jure Robic Award in den Appalachen holte und unter zehn Tage finishte. David Misch aus Graz, der die Rookie-Wertung beim RAAM souverän gewann und Franz Wintersberger aus Oberösterreich, RAAM-Sieger in der Klasse 50 bis 59 Jahre.

Man sieht, Österreichs Ultraradfahrer haben das legendäre Rennen jenseits des großen Teichs mehr als dominiert und sie werden beim Race Around Austria, dem härtesten Radrennen Europas,  erstmals für ein gemeinsames Ziel im Radsattel sitzen. Auch hier sollen Rekorde fallen und die Freude bei den Radsportfans ist dementsprechend hoch. Auch Veranstalter Michael Nußbaumer ist begeistert, dass heuer erstmals ein RAAM-Sieger am Start ist und noch dazu ein super besetztes Allstar-Team mitnimmt.

Bilanz ziehen und neu vorbereiten…

Es ist unglaublich, aber wahr: Geri sitzt nach den Strapazen beim RAAM schon wieder auf dem Rad und bereitet sich intensiv auf die Schleife rund um Österreich vor. „Ich freue mich richtig darauf. Das hätte ich mir vor ein paar Monaten nicht gedacht, dass ich so schnell wieder so ein Rennen fahre. Aber mit den anderen drei RAAM-Helden wird das eine tolle Erfahrung“, schwärmt Geri. Auch die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren, müssen erstmals mit den anderen drei Teams abgestimmt werden. Ganz aktuell hat sich das Team, das Geri bei dieser außergewöhnlichen Herausforderung begleitet, formiert: Nicht fehlen darf natürlich seine zukünftige Ehefrau Tina Pracher. Genau so wenig wie der bewährte und immer die Ruhe bewahrende Teamchef Thomas Marschall. Auch ein neues Gesicht, Oliver Andorfer wird Geri im Pace Car auf der nonstop Schleife entlang unserer Landesgrenzen und über unsere höchsten Pässe begleiten. Der Startschuss für die Vierer-Teams fällt am 14. August um zirka 14.30 Uhr in St. Georgen im Attergau. Dann geht es 2200 Kilometer und 30.000 Höhenmeter rund um Österreich. Wann und wo Geri und das ganze Team mit Christoph Strasser, David Misch und Franz Wintersberger durchfahren wird, erfahrt ihr auf www.racearoundaustria.at

Unsere Fernseh- und Video-Tipps…

Christoph Strasser wird am kommenden Montag, 22. Juli, beim Talk im Hangar 7 sein.

Und Gerald Weiskopf lässt Geri im aktuellsten Video die Strapazen und Ereignisse beim Race Across America Revue passieren:

Wir melden uns sicher bald wieder!

Euer Team Gerald Bauer

Daten und Fakten zum Race Around Austria…

  • Länge: 2200 Kilometer entlang der Landesgrenzen Österreichs
  • Höhenmeter: 30.000 über die höchsten Pässe Österreichs, unter anderem über den Großglockner
  • Erstmals gibt es 2013 auch eine kürzere „Schleife“ mit 1500 Kilometern
  • Start ist am 14. August in St. Georgen im Attergau
  • Das schnellste Viererteam benötigte im Jahr 2012: 2 Tage 21 Stunden 31 Minuten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 26,11 km/h

Fotos: Lorenz Masser
Video: Gerald Weiskopf

15. Juli 2013
von lorenz
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RAAM aus der Sicht eines Fotografen

Das Race Across America war eines meiner bisher größten fotografischen Abenteuer. Am 11. Juni viel der Startschuss in Oceanside (Kalifornien) und gleich am ersten Tag passierten einige unvorhergesehene Dinge. Geri wurde bei der 1. von insgesamt 58 Timestations von einem Auto gestreift. Er kam zum Glück mit einem Bluterguss davon und der Fahrer konnte dank unsres Videos kurz darauf ausgeforscht werden. Etwas später musste ein Lötkolben auf die Schnelle besorgt werden und am Walmart Parkplatz wurde ein kaputtes Gerät gelötet.

 

So ging es die nächsten Tage weiter, es passierten ständig unerwartet Dinge und man hat nur eine Chance den Fahrer an dieser interessant aussehenden Stelle zu fotografieren. Deswegen habe ich meistens vorher Testbilder aufgenommen, vor allem beim Arbeiten mit externem Blitz.

Eines dieser Testbilder, Kameramann Gerald Weiskopf.

Testbild – Kameramann Gerald Weiskopf.

 

Hier sieht man das ständige Stop and Go beim Fotografieren und Filmen am Woolf Creek Pass in den Rocky Mountains im Zeitraffer:

Als größte Herausforderung stellte sich nicht der Schlafentzug, sondern ja man glaubt es kaum, das Internet heraus. Die Datenübermittlung für die tägliche Berichterstattung war ein Horror und kostete uns teilweise mehrere Stunden am Tag. Einmal bin ich 40 Minuten dagesessen und habe dem Balken zugesehen bei der Übertragung eines einzigen Fotos in Originalgröße. Bearbeitet wurden die Bilder nur mit Lightroom, für Photoshop blieb keine Zeit. An diese für mich ungewöhnliche Arbeitsweise musste ich mich erst einmal gewöhnen.

Dafür wurden wir mit einzigartigen Sonnenuntergängen und Naturschauspielen entschädigt. Mein persönliches Highlight war die monotone Landschaft in Kansas, unendlich lange Geraden und außer ein paar Silos und Rinderfarmen war dort einfach nichts.

Wenn man ein Land wie die USA in 9 Tagen durchquert, kommen einem natürlich auch abseits der Strecke viele interessante Motive und Menschen unter:

 

Danke Geri, dass ich dich bei der Erfüllung deines Lebenstraumes begleiten durfte, was für ein Abenteuer!

Fotos & Video: Lorenz Masser