Von Kansas nach Missouri…

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Petrus war auch in der zweiten Nacht in Kansas nicht gnädig mit Gerald Bauer, wieder erwischte uns ein Gewitter, diesmal aber nicht so heftig und erst kurz vor der Schlafpause. Geri schwitzte in der Wüste, fror in den Rocky Mountains, stemmte sich in den weiten Ebenen von Kansas gegen den Wind und blieb sogar bei zuckenden Blitzen auf dem Rad. Nachdem wir ihn in der fünften Nacht wegen des Sturms ins Pace Car holen mussten und die Schlafpause wegen des klimatischen Weltuntergangs vorgezogen wurde, saß Geri am sechsten Renntag wieder motiviert am Rad. Doch wieder war es die Hitze, die ihm zu schaffen machte, immerhin noch knapp 40 Grad. Robert Staber und Tina Pracher legten wieder viele Kilometer zurück, um Geri mit Wasser zu besprühen. Vor dem Schichtwechsel haben wir ihn noch einmal in den Schatten gelegt, mit Tüchern gekühlt und unser Teamchef Thomas Marschall hat ihn am Oberschenkel behandelt. Dann ging es in unglaublich tollem L icht durch die grünen Felder von Kansas immer in Richtung Missouri, es sah fast aus wie bei uns in Österreich, nur ohne Berge. Und für Geri wurde es endlich kühler, eine Wohltat und der Tritt wurde wieder runder. Das Trikot flatterte noch in der Dunkelheit im Fahrtwind, ein Zeichen, dass Geris Überhitzung noch lange andauerte. Was für ein Unterschied zur vorigen Nacht in der wir Teammitglieder gelitten haben, weil wir beim „Bauer-Nap“ im Pace Car die Heizung für den durchgefrorenen Geri voll aufdrehen mussten.

Schildi on the road und versalzene Nudeln…

Kurz nach dem Schichtwechsel hatten wir im Pace Car einen ungewohnten „Wildwechsel“. Vielmehr war es ein Reptilienwechsel, denn Fahrer Max Ebner sah eine Schildkröte auf der Straße, wich als Tierfreund geschickt aus und half ihr über die Straße. „Ich fürchte, sie wollte in die andere Richtung, jetzt muss sie wieder von vorne beginnen“, meinte er danach. Inzwischen nahmen Geri Weiskopf und Lorenz Masser abwechselnd in unserem Pace Car Platz und machten ein paar Interviews.

Die Nudeln für Geris Abendessen hat Melanie ordentlich versaut, leider zu viel Salz erwischt. Geri in seiner Bauer-Manier: „Jeder aus dem Team muss diese Nudeln kosten. Was ihr mir antut.“ Die gute Seite daran: Wir haben entdeckt, dass er die Wraps vom Walmart total gerne mag – gut zu wissen, um ihm neben der flüssigen Ernährung mit Ensure ab und zu eine Freude zu machen. Er sollte ja je nach Streckenprofil und Temperatur zwischen 350 und 900 Kalorien pro Stunde sowie zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Das Abendessen von Melanie war jedenfalls weg, sie stieg kurzerhand auf Ensure um.

Testfragen, um den mentalen Zustand zu prüfen…

Besonders hart sind für Geri die langen Nächte. Kein Wunder, er fährt so ins Finstere hinein, keine Landschaft mehr zu sehen, es ist fad, die Mittellinie scheint niemals aufzuhören und der Sekundenschlaf ist der größte Feind. In der sechsten Nacht haben wir Geri mit Kabarett von Mario Barth und Michael Mittermeier über Lautsprecher bei Laune gehalten. Mit kleinen Testfragen schauen wir, wie es ihm mental geht, denn in der fünften Nacht vor dem Sturm hatten wir eine Schrecksekunde. Ohne Vorwarnung bog Geri einfach links in einen Seitenweg ein. Auf die Frage was los war, meinte er: „Keine Ahnung, was ich jetzt gehabt habe. Ich hatte ,Skifoan’ im MP3-Player und bin einfach abgebogen.“ Fazit: Hits aus Österreich sind gestrichen, wenn sie solche Auswirkungen haben! Und die Testfrage, um seine mentale Stärke zu testen war in der sechsten Nacht: Wie heißen die vier Musketiere? Geri hat alle gewusst.

So schaut es aus, das RAAM so far. Nach 1,5 Stunden Schlaf machten wir uns auf den Weg in den sechsten Bundesstaat Missouri, um dort wieder mit Gegenwind zu kämpfen und wieder nass zu werden. Einziger Unterschied: Die feuchte Hitze…

Bis bald!

Euer Team Gerald Bauer

Fotos: Lorenz Masser
Video: Gerald Weiskopf

3 Kommentare

  1. Eure Infos vom RAAM versüßen mir immer den Abend nach der Arbeit. Mir kommt fast vor, als säße ich mit im Pacecar. Hab meinen Schatz beim Glocknerman betreut, dass aber nur 2 Tage. Kann also ein bisschen nachvollziehen, wie’ s so geht.
    Weiter so, so lange wie es schon war isses nimma.
    Freu mich schon aufs Zielfoto (immer Fokus auf das Zielbierchen). 😉

  2. Geri, wir verfolgen dich auf jedem Tritt. Wahnsinn, jetzt sind schon sieben Tage um und wir sind sprachlos, wenn man die Landkarte anschaut, was schon alles hinter dir liegt! Wir können nicht mehr tun als dir weiterhin alles Gute zu wünschen. Stell dir vor, es wäre noch vor einer Woche… Lg, Hannes & Irmi
    P.S. Gibt’s wieder mal ein Video?

  3. Hallo Geri
    ich bin wieder zurück in Deutschland und mache mich morgen auf den Weg nach Norwegen. Ich verfolge dich ausführlich und wünsche dir für die letzten 800milen alles Gute, kein Gewitter mehr und einen schönen Zieleinlauf.
    Kopf hoch alles wird gut und nachher ist es immer am schönsten es geschafft zu haben. Das Gefühl wird irre gut und freue dich immer drauf.
    Bis bald
    Gruß
    Axel
    Nachtlauf vor Trinidad 🙂

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