Südstaatenflair am Mississippi…

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In den Südstaaten soll es ja die legendären Schönheiten geben, doch für die hat Gerald „Geri“ Bauer keinen Blick. Einerseits weil er ohnehin ständig am Rad sitzt und sich auf die Straße konzentrieren muss. Andererseits, weil seine Freundin Tina im Pace Car sitzt und über alles mit Argusaugen wacht. Nein, so ernst ist es nicht, wir erlauben uns gerne mal einen Scherz. Jedenfalls sind wir mit unserem Renntross am siebten Renntag bis zum Mississippi, wo jetzt eine feuchte Hitze herrscht, gekommen und es wartete gleich die nächste Herausforderung. Wegen Überschwemmungen musste die Strecke geändert werden. Die Athleten beim Race Across America wurden ins Auto gepackt und zirka 60 Meilen weit zu einem Punkt gebracht, wo es dann weiter ging. Die Zeit haben wir genutzt, um Geri ins Wohnmobil zu legen, weil ohnehin eine Schlafpause fällig war. Wie auf rohen Eiern bewegte sich das Monstrum von Wohnmobil auf der Umleitung, u m Geris Schlaf nicht zu stören. Jetzt geht es nämlich schön langsam um jede Minute Pause, denn die erfahrenen RAAM-Teilnehmer wissen alle: „Am Mississippi wird das Rennen noch einmal neu gestartet.“ Geri bewegte sich in den vergangen Tagen so um Platz 10 herum, Henning Larsen aus Dänemark rückt ihm immer wieder auf die Pelle. Seine „Abkürzung“ in Jefferson City hat unser Team ein wenig irritiert. Hauptsache wir halten uns an die Regeln. Unsere guten Bekannten vom Race Around Austria Edi Fuchs und David Misch, ebenfalls Rookies beim RAAM, liegen beide vor Geri. Und der fährt jetzt ein richtiges Rennen, hat in der Dämmerung Missouris einen Tacho verlangt, um genau über seine Geschwindigkeit Bescheid zu wissen. Der starke Antritt im hügeligen Gelände rächte sich dann in der Nacht. „Ich habe von Halluzinationen gehört, aber dass es wirklich so krass ist…“, meinte Geri als er im ausgeräumten Pace Car 15 Mi nuten schlief, um überhaupt weiter machen zu können. „Ich habe Gestalten aus den Bäumen kommen sehen und Menschen mit eckigen Gesichtern, die größer waren als die Autos“, beschrieb Geri. Diese Situation macht die Nachtschicht extrem schwierig. Immer wieder muss Geri mit der Hupe aufgeweckt werden, um nicht am Rad einzuschlafen und womöglich noch zu stürzen. Mit Geschichten aus der Heimat und Grüßen auf der Webseite halten wir ihn wach. Wenn es ganz schlimm wird, dann muss wieder ein Witz von Max Ebner her. So retteten wir uns bis zum Mississippi, wo Geri nach einer Hypoxi-Einheit schlafend durch die Streckenänderung chauffiert wurde, um dann weiter zu machen.

Videotagebuch Tag8:

Neben der Strecke…

Da uns ausnahmsweise kein Gewittersturm erwischt hat, haben wir wieder einmal Zeit, über die Ereignisse neben der Strecke zu berichten. Robert „Robs“ Staber, unser Hausmann wie ihn sich jede Frau nur wünschen kann, ist zwei Mal beim Trocknen unsere Wäsche gescheitert. Wind und Regen haben die Wäsche in der Nacht von der Leine zurück in den Dreck geschleudert, also wieder alles von vorne. Schließlich gab Robs gegen Petrus auf und delegierte aufgrund massiven Schlafmangels die Wäsche an Mel Hutter. Die ließ ihrem Charme bei Audrey von der Laundry, ja das reimt sich wirk lich, spielen und konnte mit Bernd und Max sogar einkaufen gehen, während sich die Nette von der Waschstelle um unsere Wäsche kümmerte. Zur Belohnung habe es natürlich herrliche Mannerschnitten vom Austrian Supermarket. Und bald will Audrey nach Österreich kommen, weil July Andrews hat da so schön in Sound of Music gesungen“, meinte sie. Überhaupt sind wir hier in den Staaten nur netten Leuten begegnet, viele kennen das RAAM und sind begeistert.

Fazit des Trips durch Missouri: Geri hat noch Kraft ohne Ende, doch „der Kopf und das Gehirn haben sich voneinander verabschiedet“, wie er es so schön formulierte

Wir melden uns wieder!

Das Team Gerald Bauer

Fotos: Lorenz Masser
Video: Gerald Weiskopf

4 Kommentare

  1. Auf gehts Geri!
    Verfolge Dein/Euer Rennen nun schon seit Beginn mit und ich muss sagen: ich bin schwer begeistert! Und der zweite Geri macht super Videos… Und die Mel (die ich noch vom Beachen in Thumersbach vor einem Jahrzehnt her kenne; übrigens das Didge gibts immer noch…) schreibt super Zeilen… Und was man so mitbekommt seit ihr insgesamt ein super Team.
    Morgen breche ich mit dem Bronsn zum RATA auf. Eggowitsch und ich betreuen ihn mit noch einem Dritten (Peter). Somit sind aus unserer alten Klasse 5 Leute bei Extremradrennen gleichzeitig unterwegs…. Es sei denn der Bauernbub kommt vor Freitag Mittag MEZ in Annapolis an 😉
    Nur das Beste für die Letzen 563.31 Meilen (= 905.56km; stimmt das? ;-)) vom
    Niedinga

  2. Hallo! 🙂 Liebe Grüße aus der Heimat!

    Ich find das voll super, wie ihr diese nicht enden wollende Strecke bezwingt! Danke für die tollen Berichte und die beeindruckenden Bilder. Ich hoff, ihr werdet mit den Landschaften zumindest ein bissl für eure Mühen belohnt!

    Bin übrigens über die Ramsauer Kathi aus Kuchl auf Gerald Bauer (und Team ;)) im letzten Sommer aufmerksam geworden. Ich hab dort Eier und Milch geholt, da hat sie mich drauf angesprochen, ob ich nicht die Freundin von diesem Radler, dem Gerald bin. Ich hab leider schlampig hingehört und bejaht, weil mein Freund Gerhard auch sehr viel auf dem Rad sitzt (Tina, bitte verzeih mir ;)). Wir haben diesen Irrtum aber gottseidank gleich aufklären können.

    Also durchhalten und weitermachen! Klar ists hart (nur die Hoartn kumman in Goartn sagt man) – aber schaffbar fürn Geri und berhaupt mit so einem klassen Team!

    Wünsch euch noch alles Gute für die restliche Strecke!!!

    Alles Liebe
    Christine (aus Bad Vigaun)

  3. Hallo Gerald,

    14h und nun den Anstieg hinüber nach Keyser, du wirst auch dieses Kriterium schaffen. Kommst du nach Keyser … bist du endgültig ein Rad- Kaiser !!!

    Erika Heiner fiebern jeden Kilometer mit !!

  4. wir ziehen den Hut und verbeugen uns ! Großartig Gerald !!

    G R A T U L A T I O N !!!!

    Erika, Heiner Bernhard Marizela Tarik

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