Strasser im Ziel, Geri leidet…

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Der achte Renntag beim Race Across America war geprägt von einer Nachricht: Christoph Strasser pulverisierte den Rekord und fuhr als erster Mensch das RAAM unter acht Tagen. Sieben Tage, 22 Stunden und 52 Minuten dauerte der fulminante Ritt des Steirers quer durch die Staaten. Gerald „Geri“ Bauer schickte eine Video-Nachricht und gratulierte „Straps“ zu diesem überirdischen Erfolg. Während der Steirer im Ziel in Annapolis mit der österreichischen Fahne und seinem Team für die Fotografen posierte und den Erfolg hochverdient genoss, litt Geri so richtig. Leider tat ihm die Schlafpause von nur unter einer Stunde so gar nicht gut. „Nach dem Aufstehen ging es mir so dreckig wie in meinem ganzen Leben noch nicht“, gab er  zu. Der Tag war ein Horrortrip, erst mit Einbruch der Dunkelheit wurde es langsam besser und er erkundigte sich wieder nach dem Stand der Dinge. Gerhard Gulewicz hatte zu diesem Zeitpunkt schon aufgegeben. Dani Wyss und Ret o Schoch aus der Schweiz lagen auf Platz zwei und drei, darauf folgten Mark Pattinson aus Großbritannien, Marko Baloh aus Slowenien, David Misch aus Österreich, Jason Lane aus Kanada, Eduard Fuchs aus Österreich und schließlich Geri auf Platz neun. Sechs der sieben Österreicher hielten sich somit noch unter den Top 15, Franz Wintersberger ist drauf und dran seine Altersklasse zu gewinnen. Geri hat eine neue Marschroute: Unter zehn Tagen bleiben. Aber er weiß auch: Längere Pausen oder gar einen Einbruch darf es nicht mehr geben. Und da ist noch etwas, was Geri reizt. In den Appalachen gibt es einen Spezialaward, benannt nach dem legendären Jure Robic aus Slowenien, der das RAAM fünf Mal gewann. „Die harten Anstiege müssten mir eigentlich liegen“, meint Geri. Acht Staaten liegen übrigens schon hinter uns, gerade sind wir in Ohio und uns fehlen nur noch West Virginia, Pennsylvania und Maryland. Doch der Schlafmangel set zt Geri sehr, sehr zu. In der Nacht muss ihm inzwischen via Lautsprecher gesagt werden, dass er treten muss. „Ich könnte noch mehr, denn der Puls ist niedrig, aber ich vergesse vor lauter Müdigkeit darauf.“ Max Ebner sagte ihm vergangene Nacht sogar die Gänge an, die er treten soll, wann er die Jacke auf und wieder zu machen soll, rechts fahren muss, wenn ein Auto kommt.  Wie nannte es Geri? Das Gehirn und der Körper haben sich voneinander verabschiedet. Und das übliche Bauer’sche „Jawoi“ hören wir immer seltener.

RAAM Videotagebuch Tag10:

Abseits der Strecke…

Teamchef Thomas Marschall und Dr. Fedor Fomin haben am Mittwoch die Junk-Food-Ausflüge von Geri gestrichen. Da er die Nase von der Flüssignahrung komplett voll hatte, stopfte er alles mögliche in sich hinein. „Damit machen wir jetzt in Absprache mit ihm wieder Schluss. Es wird wieder flüssig gegessen, sagt Marschall.

Kurz nach der Timestation in Chillicothe krachte es wieder einmal, aber diesmal war es Gott sei Dank nicht Geri, der in einen Unfall verwickelt war. Ein Motorradfahrer stürzte und verletzte sich. Dafür warten jetzt an den Time Stations immer wieder Fans vom RAAM. Einer hatte sogar eine Österreichische Flagge mit Geris Namen rauf gemalt. Das macht gleich wieder Mut. Jetzt geht es in die Appalachen, endlich wieder Berge, und wir tun alles, um Geri bei seinen neuen Zielen zu unterstützen. Und ganz ehrlich: Auf das eine oder andere Bier in Annapolis freuen wir uns inzwischen mehr als man beschreiben kann.

Wir melden uns wieder!

Das Team Gerald Bauer

Fotos: Lorenz Masser
Video: Gerald Weiskopf

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